Die Top 4 der Irrtümer über die Solarenergie

Genau wie sich die Solarenergie und die Photovoltaik zuletzt immer weiter verbreitete, so verbreiteten sich leider auch einige Irrtümer über diese Zukunftstechnologie:

1) Irrtum No. 1: Durch die Photovoltaik werden in Deutschland keine Jobs geschaffen!

Das ist zum Glück so nicht richtig. Zwar hinkt die Arbeitsplatzentwicklung in der Solarindustrie noch etwas den Werten aus der Windkrafttechnik hinterher, aber nach aktuellem Stand arbeiten heute bereits über 41.000 Menschen in der Photovoltaik selbst oder in Zulieferbetrieben und Spezialmaschinenbau-Betrieben, die sich schwerpunktmäßig mit Photovoltaik-Anlagen beschäftigen.

2) Irrtum No. 2: Sonnenstrom, zumal in Deutschland, ist energetisch unrentabel!

Auch dieser Irrtum kann mit ruhigem Gewissen ausgeräumt werden, denn neu aufgestellte Solarenergie-Anlagen haben tatsächlich sogar eine exzellente energetische Bilanz. Bereits nach circa drei Jahren hat selbst eine in Deutschland aufgestellte Solaranlage, genau so viel Strom erzeugt, wie für ihre komplette Herstellung nötig war. Da davon auszugehen ist, dass eine normale Solaranlage bis zu 25 oder 30 Jahre ohne größere Reparaturmaßnahmen laufen kann, ist dies ein hervorragender Wert.

3) Irrtum No. 3: Strom aus der Sonne wird doch erst in 50 oder 100 Jahren wirtschaftlich sein!

Dem ist zum Glück nicht so. Die Prognosen der Fachleute in der Solarindustrie selbst sind bei dieser wichtigen Frage natürlich etwas optimistischer als objektive Experten. Dennoch ist abzusehen, dass der Zeitpunkt der Wirtschaftlichkeit in greifbare Nähe gerückt. Bereits in circa acht bis zehn Jahren soll demnach der Solarstrom wirtschaftlicher sein als die bisher dominierenden Arten (Gas, Kohle, Atom) der Stromerzeugung.

4) Irrtum No. 4: Trotz EEG und Milliardenförderung entstehen zu wenig Innovationen in der Solarindustrie!

Kritiker des EEG im speziellen und der Photovoltaik im Besonderen werden tatsächlich nicht müde dieses Argument ins Feld zu führen, obschon sie wahrscheinlich selbst wissen, dass es kaum der Wahrheit entspricht. Dabei ist gerade das EEG ein Mustergesetz, welches dafür sorgt, dass sich Industrie und Forschung gegenseitig befruchten und vorantreiben. Zugegebenermaßen war und ist allerdings auch die objektive Silizium-Knappheit ein echter Innovationstreiber.

10 Dinge, die Sie noch nicht über Solarenergie wissen

Sie denken, Sie seien ein Solar-Alleswisser? Testen Sie sich - wußten Sie die folgenden Facts zur Solarenergie schon?

1. Sonnenenergie wird schon seit über 2.000 Jahren genutzt. Erstmals verwendete der griechische Mathematiker und Physiker Archimedes von Syrakus (285 – 212 v. Chr.) die erneuerbare Energie.

2. Der französische Physiker Alexandre Edmond Becquerel entdeckte im Jahr 1839 erstmals den photoelektrischen Effekt.

3. Die erste Solarzelle wurde im Jahr 1883 vom Amerikaner Charles Fritts gebaut. Die Leistungsfähigkeit der Zelle aus dem Halbleiterwerkstoff Selen war jedoch noch beschränkt: Liegt der Wirkungsgrad, also das Verhältnis von eintreffendem Licht und der daraus erzeugten Energie, heute bei 17 %, lag er damals bei gerade mal 1 %.

4. Der mittels einer Solarzelle erzeugte Strom wurde erstmals im Jahr 1958 genutzt. Damals wurde der Satellit Vanguard 1 ins All geschickt, der rundum mit Solarzellen ausgestattet war und aufgrund der guten Funktionalität dafür sorgte, dass die Forschung vorangetrieben wurde.

5. Der gesamte Energieverbrauch der Erde könnte problemlos gedeckt werden, wenn man nur 11 % der Sahara mit Solarzellen bebauen würde.

6. Solarwärme oder Solarthermie ist nicht das Gleiche wie Photovoltaik. Während die Solarthermie Sonnenenergie in Wärme umwandelt und direkt genutzt werden kann, wird mittels Photovoltaik Energie gewonnen, die Strom erzeugt. So lässt sich Solarthermie zum Beispiel privat nutzen, um die Warmwasserversorgung zu garantieren – die Energie aus Photovoltaikanlagen muss dagegen zunächst in einem Solarstromkraftwerk in elektrische Energie umgewandelt werden.

7. Würde die gesamte Sonneneinstrahlung, die auf der Erde eintrifft, genutzt und in Energie umgewandelt werden, so wäre 2.500-mal mehr Energie vorhanden, als von der gesamten Weltbevölkerung verbraucht wird. In der Bundesrepublik wäre der Bedarf um das 90-fache gedeckt.

8. Solarstromkraftwerke gelten als äußerst umweltbewusst - sie stellen noch nicht einmal eine Barriere für Tiere dar. In großflächigen Kraftwerken sind Schneisen vorhanden, um wandernden Tieren den Weg nicht zu versperren. Mittlerweile werden in den Kraftwerken sogar Biotope geplant.

9. Sonnenenergie wird nicht nur bei strahlend blauem Himmel gewonnen: Auch bei bewölktem Himmel wird das Sonnenlicht aufgefangen und nutzbar gemacht.

10. Für Outdoor-Freunde, die öfter längere Zeit ohne Steckdose auskommen müssen, gibt es mittlerweile viele Möglichkeiten, Sonnenergie zu nutzen. Zum Beispiel gibt es Akkuladegeräte, die durch Sonnenenergie funktionieren – mittlerweile gibt es sogar einen Rucksack, der mit Solarzellen ausgestattet ist, und somit bei längeren Touren die Stromversorgung garantiert.

Solarflugzeug Impulse fliegt auch bei Nacht

Auf der Suche nach regenerativen Energiequellen ist die Solarenergie ganz vorn mit dabei. Doch bisher scheiterten die meisten Versuche serienreife Testversuche erfolgreich abzuschließen. Im Zusammenhang mit der Solarenergie gibt es noch diverse Faktoren, die bisher nicht gemeistert werden konnten.
Die Schweizer Bertrand Piccard und André Borschberg haben nun in einem einzigartigen Versuch vor Aufsehen gesorgt. Mit ihrem Solarflugzeug Impulse haben es die findigen Techniker erstmals geschafft, ein solarbetriebenes Flugzeug auch über Nacht fliegen zu lassen. Mehr als sieben Jahre investierte das Duo in das Projekt “Solar Impulse”, das nun mit dem Tests des Solarflugzeuges HB-SIA einen sehr erfolgreichen Meilenstein setzte. Doch ist dieser Flug nicht mehr als ein Zwischenerfolg im Bereich der solarbetrieben Flugzeuge.
Die Technik steckt noch in den Kinderschuhen und ist nicht serienreif. Das Solarflugzeug Impulse wurde vollkommen darauf ausgelegt, genug Energie erzeugen und speichern zu können, so dass das Flugzeug auch über Nacht fliegen konnte. Über 12000 einzelne Sonnenkollektoren waren dafür nötig, die auf den Tragflächen der Flügel angebracht wurden. Mit einer Spannweite von rund 64 Metern ist das solarbetriebene Fortbewegungsmittel nämlich so breit wie ein Airbus A340, der aber immerhin Platz für etwa 280 Personen bietet.
So weit ist man mit dem Solarflugzeug Impuls noch nicht. An Bord des HB-SIA hatte lediglich der Pilot Platz. Der restliche Platz des 1,6 Tonnen schweren Fluggerätes wurde für die Technik und vor allem für die Akkumulatoren benötigt. Die Solarzellen auf dem Flügeln sorgten nicht nur für den Antrieb des Flugzeuges, die luden auch die Batterien auf. Diese waren nötig, damit das Solarflugzeug Impulse mit den vier Motoren auch über Nacht in der Dunkelheit weiterfliegen konnte. Die Spitzengeschwindigkeit lag immerhin bei 70 Km/h. 26 Stunden dauerte der Testflug des ersten Solarflugzeuges, das über Nacht fliegen konnte. Und nach Aussage der Erfinder speicherten die Akkus noch so viel Energie, das man sogar noch mehr als drei Stunden hätte weiterfliegen können oder Energieprobleme zu bekommen.

Quellen:
- http://www.chip.de/news/Test-erfolgreich-Solar-Flugzeug-fliegt-auch-bei-Nacht_43738862.html
- http://www.heise.de/newsticker/meldung/Erfolgreicher-Test-fuer-Solarflugzeug-1034757.html
- http://www.klima-wandel.com/2010/07/09/solar-impulse-solarflugzeug-fliegt-tag-und-nacht-mehr-als-24-stunden/

Vermittlungsausschuss zu den Solarkürzungen

Noch vor der parlamentarischen Sommerpause soll ein Vermittlungsausschuss, der über die ab Juli beschlossenen Kürzungen der Solarförderung befindet, anberaumt werden. Die Kürzungen von 16 Prozent befindet anscheinend selbst die CDU/CSU als zu hoch und fordert eine Kürzung von maximal 10 Prozent.
Die FDP, die Linke, SPD und Grüne wollen zudem das Ende der Förderung für Solaranlagen auf Ackerflächen kippen. Da das Gesetz jedoch im Bundesrat nicht zustimmungspflichtig ist, kann es eigentlich nicht gestoppt werden. Bundesumweltminister Röttgen (CDU) stellte bereits im Vorfeld klar, dass man Abstriche bei der Förderungskürzung nicht akzeptieren werde. Er hält es für unsozial, dass die Kosten der Solarförderung den Stromkunden aufgebürdet werden. Eine Arbeitsgruppe unter der Leitung des schwarz-grünen Hamburger Senats soll nun bis zum 5.Juli eine Kompromisslösung erarbeiten, der alle Parteien noch vor der Sommerpause zustimmen können. Damit kann das Gesetz nicht wie geplant ab 1.Juli in Kraft treten, falls jedoch Anfang Juli eine Einigung erzielt wird, greift die neue Regelung auch rückwirkend.

(Quelle: taz.de)

Farbstoff-Solarzellen: Genial. Einfach. Billig.

Bereits 1992 ließ der Chemiker Michael Grätzel sich eine Idee patentieren, die damals keiner so recht ernst nahm: Die Idee, Solarzellen zu bauen, die die Fotosynthese der grünen Pflanzen nachahmen. Wahnsinn? Nein: Genie! Jetzt erhielt Grätzel den renommierten Millennium-Technologiepreis, der alle zwei Jahre dem Forscher zuerkannt wird, dessen Erfindung der Menschheit den größten Nutzen bringt.

Was ist an diesen Farbstoff-Solarzellen so anders und so nützlich ?
Ihre Art der Energiegewinnung ist der Natur abgeguckt in der Hinsicht, dass Energieaufnahme und Energieweiterleitung in zwei verschiedenen Medien stattfinden. Bei den bisher üblichen Solarzellen laufen beide Prozesse im selben Medium (dem Silizium) ab. Die Trennung macht es möglich, beide Prozesse unabhängig voneinander zu optimieren.

Anders als die klassischen Siliziumzellen enthalten die Farbstoff-Solarzellen kein Silizium. Silizium ist zwar kein seltenes Element, muss aber aus Quarz gewonnen werden und fast 100% rein sein, um in der Solarzelle seine Funktion zu erfüllen. Das Verfahren ist teuer.
Grätzels flexible Solarzellen dagegen bestehen aus durchlässigem Titandioxid, das mit einem Farbstoffauftrag versehen ist. Bei ausreichender Belichtung gibt der Farbstoff Elektronen ab, die durch das Titandioxid zur Elektrode wandern.

Apropos ausreichende Belichtung: die Farbstoff-Solarzellen können je nach Wahl des Farbstoffs auf unterschiedliche Lichtverhältnisse abgestimmt werden und sogar völlig transparent sein. Dann sind sie in der Lage, von allen Seiten Licht aufzunehmen. Dadurch steigt ihre Ausbeute z. B. bei Bewölkung auf Werte, die denen der Siliziumzellen recht nahe kommen, während ihre Leistung unter Laborbedingungen noch geringer ist.

Die Durchsichtigkeit eröffnet neue Anwendungsbereiche, etwa auf Glasfassaden. Mit transparenten Grätzel-Zellen sind stromerzeugende Fenster denkbar, mit entsprechend gefärbten auch stromerzeugende Wände oder gar Möbel. Reizvoll ist auch die Vorstellung von Lampen, die Energie produzieren, statt sie nur zu verbrauchen.

Die Technische Akademie Finnland, die Grätzel den Preis verlieh, erwartet durch die Farbstoff-Solarzellen einen Aufschwung bei der Nutzung regenerativer Energie, auch in den Entwicklungsländern, für die die bisherige Technik nicht finanzierbar war.

Übrigens: Es gibt schon Rucksäcke mit Grätzel-Zellen zum Handy-Aufladen.

Quelle: www.zeit.de/wissen/2010-06/millennnium-preis-solarzelle

z