Solarkonzern Aleo verdient weniger

Ist die massive Küzung beim EEG  oder die sinkenden Preise für Solarmodule schuld? Der Solarmodulhersteller Aleo Solar hat im vergangenen Jahr wesentlich weniger verdient als in den Vorjahren.
Die Solarfirma mit Unternehmenssitzen in Oldenburg und Prenzlau in Brandenburg teilte am Montag mit, dass das Unternehmensergebnis vor Zinsen und Steuern von 23,8 Millionen Euro im Jahr 2008 auf 16 Millionen Euro gesunken ist. Der Umsatz stieg dagegen von 360,5 Millionen auf 376,1 Millionen Euro gestiegen. Dies kann man als Hinweis darauf betrachten, dass wohl die sinkenden Preise durch den enormen Preisdruck auf dem Markt für Solarmodule dem Unternehmen zugesetzt haben. Das Ergebnis pro Aktie wird wohl auch sinken: Es geht von 1,20 Euro im Vorjahr auf voraussichtlich 78 Cent zurück. Der vollständige Geschäftsbericht von Aleo Solar erscheint am 25.März.

Bundesumweltminister Röttgens Schlupfloch bei der Solarförderungskürzung

Der Protest der Solarfirmen gegen Bundesumweltminister Röttgen (CDU) war groß, die Vorwürfe waren heftig: Er würde mit seinen Forderungen nach stärkeren Kürzungen der Solarförderung über 50.000 Arbeitsplätze gefährden - seine Pläne seien Jobkiller. Doch wie Spiegel Online berichtet, hat Röttgen bei den geplanten Kürzungen Solaranlagenbesitzern ein großes Schlupfloch gelassen.

So betragen die Kürzungen der Solarförderung ab Juni ungefähr 16 Prozent. Doch gilt diese Kürzung der Solarförderung nur für den in das öffentliche Stromnetz eingespeiste Strom, nicht für den Strom, der vom Solaranlagenbetreiber selbst verbraucht wird. Seit dem ersten Januar diesen Jahres erhalten Solaranlagenbesitzer 29,37 bis 39,14 Cent pro Kilowattstunde Strom, ab dem 1.Juni sinkt die Förderung auf 24,67 bis 32,88 Cent.

Doch für den Strom, den der Solaranlagenbesitzer selbst verbraucht, bleibt die Föderung gleich. So erhält dieser weiterhin, für die nächsten 20 Jahre garantiert, 22,76 Cent pro Kilowattstunde Strom und 20 Cent pro Kilowattstunde Strom, den er nicht mehr kaufen muss. Somit liegt die Förderung für selbst verbrauchten Strom weiterhin, auch ab dem 1.Juni, bei 42,76 Cent pro Kilowattstunde Strom. Da Solaranlagenbesitzer im Schnitt 30 Prozent des erzeugten Stroms selbst verbrauchen und 70 Prozent ins Netz einspeisen, liegt die tatsächliche Förderungskürzung bei lediglich 10 Prozent.
Die Solarfirmen freuen sich über diesen Kompromiss, vielen Verbraucher, die keine eigene Solaranlage betreiben, dürfte diese Entscheidung jedoch sauer aufstossen.

Massenproteste gegen Solarkürzungen

Die geplanten Kürzungen der Zuschüsse für Solaranlagen stossen vielen Mitarbeitern von Solarfirmen bitter auf:Gemeinsam demonstrierten sie in der letzten Woche gegen die von der schwarz-gelben Koalition gewollte Kürzung. Etwa 20000 Beschäftigte protestierten in Berlin, Bitterfeld und Freiburg.Der Bundesumweltminister Norbert Röttgen will zusätzlich zu den ohnehin geplanten Kürzungen die Förderung für Solarenergie um 15 bis 25 Prozent zurückfahren. Er begründet dies damit, dass die Stromverbraucher durch die Solarförderung zu stark belastet würden.

Neue Länder wehren sich gegen Solarförderungskürzungen

Im Osten der Republik regt sich Widerstand gegen die von der schwarz-gelben Koalition gewollte Senkung der Solarförderung. Der Wirtschaftsminister von Sachsen-Anhalt hat Protest angemeldet.
Im Osten des Landes liegt “Solar-Valley” - eine der Solarhochburgen der Republik, in der sich viele Solarfirmen angesiedelt haben. Die Solarenergie ist im Osten Deutschland vielerorts zu einem bedeutenden Wirtschaftsfaktor geworden - ist dies mit der Grund, warum Sachsen-Anhalts Wirtschaftsminister Rainer Haselhoff (CDU) nun droht, der geplanten Kürzung der Solarförderung im Bundesrat nun nicht zuzustimmen.
Er sei aber optimistisch, dass sich im parlamentarischen Verfahren die nötigen Korrekturen durchsetzen liessen.
Es kann also sein, dass, falls er Recht behalten sollte und der Bundesrat für diese Korrekturen zu haben ist, die Kürzungen der Solarförderung, die wieder Mitte dieses Jahres ansteht, doch nicht so radikal wie geplant ausfallen wird. Haselhoff will zumindest alles dafür tun, dass die Kürzungen nicht so stark ausfallen.

“Solar macht Schule” in Sachsen-Anhalt

Mehrere Thalheimer Solarfirmen haben eine Initiative gestartet, um Solarenergie als Bestandteil des Schulunterrichts zu etablieren. Die Partnerschaft mit 40 Bildungseinrichtungen startete diesen Donnerstag.
Große Solarfirmen wie Q-Cells und Sovello stellen im Rahmen dieses Projekts Unterrichtsmaterial zum Themnkomplex Photovoltaik/ Solarenergie bereit. Um das Wissen dann auch praktisch evaluieren zu können, werden parallel zum theoretischen Teil Schuldächer in Tangermünde, Halle, Dessau, Magdeburg und Weissenfels mit kompletten Solaranlagen ausgestattet werden. Die Aktion wird von den Sachsen-anhaltinischen Ministerien für Bildung und Wirtschaft unterstützt. Sachsen-Anhalt ist beim Anteil der Erneuerbaren Energie am Gesamtenergieverbrauch federführend: 34 Prozent werden aus Solarenergie, Windkraft und Biomasse gewonnen. Und man darf hoffen, dass dieser Anteil sich unter anderem durch diese in Deutschland bisher einmalige Partnerschaft erhöht: Denn mit der Solarenergie ist es wohl ähnlich wie mit dem Fremdsprachenerwerb - Je früher man in Kontakt damit kommt, umso ausgeprägter werden die Kenntnisse und Fähigkeiten in der Persönlichkeit verankert. In diesem Sinne ist Sachsen-Anhalt viel Erfolg zu wünschen beim Heranziehen der nächsten Solaranlagenbesitzer-Generation.