Bundesumweltminister Röttgens Schlupfloch bei der Solarförderungskürzung
Der Protest der Solarfirmen gegen Bundesumweltminister Röttgen (CDU) war groß, die Vorwürfe waren heftig: Er würde mit seinen Forderungen nach stärkeren Kürzungen der Solarförderung über 50.000 Arbeitsplätze gefährden - seine Pläne seien Jobkiller. Doch wie Spiegel Online berichtet, hat Röttgen bei den geplanten Kürzungen Solaranlagenbesitzern ein großes Schlupfloch gelassen.
So betragen die Kürzungen der Solarförderung ab Juni ungefähr 16 Prozent. Doch gilt diese Kürzung der Solarförderung nur für den in das öffentliche Stromnetz eingespeiste Strom, nicht für den Strom, der vom Solaranlagenbetreiber selbst verbraucht wird. Seit dem ersten Januar diesen Jahres erhalten Solaranlagenbesitzer 29,37 bis 39,14 Cent pro Kilowattstunde Strom, ab dem 1.Juni sinkt die Förderung auf 24,67 bis 32,88 Cent.
Doch für den Strom, den der Solaranlagenbesitzer selbst verbraucht, bleibt die Föderung gleich. So erhält dieser weiterhin, für die nächsten 20 Jahre garantiert, 22,76 Cent pro Kilowattstunde Strom und 20 Cent pro Kilowattstunde Strom, den er nicht mehr kaufen muss. Somit liegt die Förderung für selbst verbrauchten Strom weiterhin, auch ab dem 1.Juni, bei 42,76 Cent pro Kilowattstunde Strom. Da Solaranlagenbesitzer im Schnitt 30 Prozent des erzeugten Stroms selbst verbrauchen und 70 Prozent ins Netz einspeisen, liegt die tatsächliche Förderungskürzung bei lediglich 10 Prozent.
Die Solarfirmen freuen sich über diesen Kompromiss, vielen Verbraucher, die keine eigene Solaranlage betreiben, dürfte diese Entscheidung jedoch sauer aufstossen.
